Australien und persönliches Trainingslog für März

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unten am Ende des Beitrags ist ein kurzer Erklärungsversuch von Steffen über sein Rennen beim Ironman Australien.

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hier nun mein ursprünglicher Beitrag:

Hallo zusammen,

zuallererst eine eher traurige Nachricht. Mein Kumpel Steffen musste leider beim Ironman Australien nach der Hälfte der Radstrecke aufgeben. Was genau passiert ist, werde ich noch herausfinden. Aber es muss ihm schon ziemlich dreckig gegangen sein, da er sonst nicht der Typ ist, der schnell das Handtuch schmeißt wenn es nicht läuft. Danke an euch alle für die aufmunternden Emails und die Unterstützung. Man sollte so etwas nicht verurteilen, manchmal gibt es Tage, da soll es einfach nicht sein. Das zeigt mal wieder das so eine Langdistanz immer eine harte Sache ist. Man kann sonstwelche tolle Bestzeiten schon vorzuweisen haben, ankommen muss man trotzdem erst einmal wie jeder andere auch.
Auch ich musste bisher einmal aufgeben, beim Ironman Südafrika letztes Jahr. Es ist so eine bittere Entäuschung, die man erst einmal verdauen muss. Wie heißt es aber immer so schön, nicht das „Hinfallen“ ist schlimm, dass passiert nämlich uns allen früher oder später mal, sondern das „liegenbleiben“. Wenn ich genaueres weiß, gibt es hier einen update.

im zweiten Teil gehe ich auf mein Training im März ein. Angehängt findet ihr mein Trainingslog mit den Wochen und jeder einzelnen Einheit. Einfach auf die Bilder zum vergrößern klicken…

Insgesamt konnte ich letzten Monat wieder etwas mehr am Radfahren arbeiten und da einiges Nachholen, da ja die ersten beiden Monate des Jahres sehr hart von der Witterung waren. Gut trainieren konnte ich bei meinem einwöchigen Aufenthalt auf Lanzarote und es hat mal wieder irre Spaß gemacht bei Sonnenschein und warmen Temperaturen meine Kilometer zu sammeln. Wo ich ganz ordentlich vorankomme ist das Laufen, letzten Samstag konnte ich meinen langen Lauf gut durchziehen. Insgesamt genau 2:00 Std. bei 152HF/Durchschn. und 4:22er Tempo (27,5km). Das war mein kleines Highlight am Wochenende 🙂

Danach habe ich mich dann als Belohnung gleich mal 3Std. zum Zocken an den Computer gesetzt!!

Bilanz im März lag bei:
ca.68 Stunden,
davon: 38km Schwimmen, 214km Laufen und 967km Radfahren



haut rein!!

krelli

P.S: Erklärung von Steffen, alias Captain Chaos zu seinem Ironman in Asutralien:

ja, wahr wohl leider nix.
Sonntag frueh fuehlte sich noch alles super an! Hatte zwar ein bisschen wenig geschlafen und viele Moskitostiche aber sonst war ich bereit.
Aber dann schon nach etwa 100m im Wasser bekam ich sehr schwere Arme.
Konnte nicht mehr durchziehen und wurde immer langsamer.
Musste ein paar Meter sogar Brustschwimmen. Half aber alles nix. Ich war total kaputt. Nach einer Stunde quaelte ich mich dann erst aus dem Wasser.
Mir kam es so vor als ob ich zwei gebraucht haette.
War aber noch guter Dinge. Vielleicht einfach nen schlechten Start erwischt und was machen schon 10min Rueckstand.

Auf dem Rad dann aber das Selbe. Hatte schon auf den ersten km Probleme mit den Huegeln und auf der Geraden ging auch nix. Ich hatte aber noch Hoffnung, da ich mich in Koeln letztes Jahr auch mies fuehlte und dann besser wurde. Also erstmal viel gegessen und getrunken. Und sollte das radeln auch nix werden, dann wollte ich nen guten Marathon laufen oder wenigstens finishen.

Aber es wurde immer schlimmer. Bei etwa km50 auf der Geraden konnte ich nicht mehr auf den Auflieger fahren und musste schon oben greifen. Hatte nichtmal Kraft in den Armen. Im Training bin ich hier locker so um die 42km/h gefahren und im Rennen nun 31!!!! Ohne Gegenwind! Bei km60 schaffte ich es dann nichtmal mehr eine 15% Steigung hoch zu fahren und musste schieben!! (und dass in nem Wettkampf!!)
Das war dann zuviel. Ich glaube ich waere dann so um die 15h reingekommen.
Und selbst nachdem ich abgestiegen bin und ne halbe Std. am Rand gewartet habe wurde nix besser. Hatte von 60km radeln Muskelkater und war fix und fertig.
Keine Ahnung was das war, aber es ging einfach gar nix.
Wenn man nen schlechten Tag hat macht man statt 9h vielleicht 10 oder maximal 11h aber keine 15!!!!

Aber auf jeden Fall

vielen Dank fuer die netten E/Mails und die super Unterstuetzung!!!!!!!!!!
Hat mir echt Mut gemacht!!

Tut mir Leid, dass ich nicht mal finishen konnte.

Bin jetzt noch ein bisschen „down“ aber das wird sich legen.

Am Mittwoch velasse ich das verregnete Australien und komme am Freitag abend wieder im hoffentlich sonnigen Deutschland an!

4 Gedanken zu „Australien und persönliches Trainingslog für März

  1. Hey, eine „Entschuldigung für das ncht mal finishen“ ist hier gar nihct angesagt, viel mehr Respekt für den Mut auszusteigen !
    Wer sich sooo lange und sooo intensiv vorbereitet und weiß, dass wenn er jetzt aussteigt, er nicht mal eben nächste Woche alles besser machen kann, sondern wieder lange darauf warten muss, der überlegt sich ganz sicher zweimal ob er aussteigt.
    Du hast gezeigt, dass Triathleten auch Köpfchen haben und nicht nur eine tolle Polar, dass Du wertschätzt, wie wichtig Dein Körper und Deine Gesundheit sind und dass es nichts bringt sich 15 h zu quälen.
    Ich wäre sicher das heulende Elend gewesen und kann so gut nachfühlen wie das für Dich sein muss, aber Du bist trotzdem oder noch immer ein IRON-Man und das wird sich darin zeigen, wie Du damit nun umgehst.
    Schon viele Profis mussten Rennen vorzeitig beenden und sind am Ende gestärkt daraus hervorgegangen, so wird es bei Dir auch sein, ganz bestimmt !
    Kopf hoch und beim nächsten Rennen zeigst Du allen Deine Rücklichter !!!
    Mit den besten Wünschen, Trost und Hochachtung
    Triamone (erst 1. malige Ironwoman, aber noch lange nicht am Ende ihres Weges)

  2. Hi Triamone,

    danke für deinen Kommentar, werde ich an meinen Kumpel Steffen weiterleiten.
    Inzwischen geht es ihm auch schon wieder besser und er plant bestimmt schon ein „Sommerrennen“ für dieses Jahr.
    Für uns Europäer (ohne Trainingslagermöglichkeit im Winter) ist es immer sauschwer irgendwann im Frühjahr auf der südlichen Hemisphäre zu starten und topfit zu sein.

    Viel Erfolg für deine (weiteren) Ironman!

    Grüße

    Michael

  3. Dankeschön ! Mein ganz großes Ziel ist das Finish nächstes Jahr auf Lanzarote, ich habe ENORMEN Respekt vor der Strecke und dem frühen Termin, aber vielleicht kann ich aus diesem Blog noch einige wertvolle Tips fürs Training etc. übernehmen.
    Euch beiden wünsche ich gute Gesundheit viel Freude und Erfolg für die Saison 2009.
    Es zieht den Hut
    Triamone

  4. Hey Triamone,

    da hast du dir aber auch gleich das schwerste Rennen ausgesucht!
    Mit Tipps und Tricks kann ich dienen, zusammen mit meinem Trainer Bennie Lindberg schreiben wir derzeit an einem Triathlon Buch! Herauskommen wird es im spomedis Verlag (Triathlon Magazin) und vor Weihnachten fertig sein 🙂

    gutes Training über die Osterfeiertage!!

    Michael

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