Erlebnis 24-Stunden-Rennen

Wer schon immer mal wissen wollte, was einen bewegt bei so einem Schlafentzugsprogramm mitzumachen, hier der Erfahrungsbericht meines Kumpels Michi:

noch lachen sie 😉

LLLIIIINNNNKKKKSSSS, diesen Ruf bekomme ich seit dem Wochenende nicht mehr aus dem Ohr

Hier mal kurz eine Erklärung dafür.
Nachdem ich mal wieder in meinem jugendlichen Leichtsinn einen Startplatz für das 24h MTB Rennen in der Maxhütte – Sulzbach-Rosenberg(4er Team) gewonnen hatte stellte ich eine Mannschaft zusammen und war am Start. Dazu muss man sagen, dass zwar 2 Mitglieder der Mannschaft schonmal im Vorjahr am Start waren, der dritte Kollege und ich jedoch so gut wie keine MTB Erfahrung, schon gar nicht offroad und single Trail hatten. Mit meinen über 4000 Rennradkilometern fühlte ich mich aber gut vorbereitet. Am Wochenende vorm dem Rennen gabs noch die Streckenbesichtigung und da hab ich dann schon schnell bemerkt, dass das kein Spaß wird. Jetzt war mir klar warum sich das ganze WM nennt…

Aber hilft ja nichts, das WE vom 20ten August war da und das Team Erdinger Alkoholfrei am Start. Zunächst fuhr jeder von uns 2 Runden und danach wurde abgeklatscht und der nächste war am Start. Als dritter der Mannschaft ging ich ins Rennen. Zunächst eine flache Strecke, in halber Aeroposition drückte ich gleichmal aufs Gas. Dann durch eine Halle deren Boden gut mit Geröll gefüllt war. Danach nochmal ein relativ schneller Streckenteil bevor es dann in den technischen Teil ging. Der technische Teil ging zunächst wieder durch eine Halle, diesesmal aber durch kleine Räume bei denen man kurz antreten und sofort wieder abbremsen mußte. Aus dem letzten Raum raus gings steil den Berg rauf. Gottseidank nur ca. 20 Meter, die reichen aber aus, dass die Oberschenkel brennen.

Von diesen kurzen, giftigen Anstiegen gab es 3 Stück wobei teilweise auf der Strecke immer noch Wasser stand (Regen am Freitag). Nach einer kurzen Abfahrt auf Teer gings in eine Passage der Motocrossstrecke mit Steilkurven und alles was dazugehört. Dann eine wirklich steile Abfahrt (und ich meine WIRKLICH steil) und dann ein Singletrail der zwar relativ kurz war, sich aber gewaschen hat. Bei dem Singletrail war „LINKS“, also die Aufforderung rechts zu fahren weil jemand links überholen will, mein ständiger Begleiter. Mit Erfahrungen vom Zeitfahren kommt man hier sehr schlecht weiter. Nach dem Singletrail noch eine Geröllpassage und die zurück in die Maxhütte. Hier war das Highlight, dass man durch eine Röhre in den ersten Stock fährt. Dann noch kurz Gas geben, Kehre um 180 Grad und die Runde ist um. Nun gehts entweder in die zweite Runde oder in die Wechselzone.

Am Tag alles noch relativ gut machbar wenn man sich konzentriert aber ein 24h Rennen geht auch durch die Nacht. Ich hatte mir extra noch eine Radlampe mit 40 Lux besorgt. Also eine richtig gute (Im STraßenverkehr sind 15 Lux gefordert). Das was ich aber dann teilweise bei anderen Mountainbikern gesehen habe läßt teilweise Autoscheinwerfer verblassen. Hier waren teilweise komplette Scheinwerferbatterien (Eigenbau) im Einsatz. Die auf dem Helm montierten Kopflampen hatten meist schon eine größere Strahlkraft als mein montiertes Radlicht. Besonders Nachts den Singletrail runter war es wirklich hart. Meist hörte ich schon gar kein Links mehr da die schnelleren Teilnehmer links und rechts an mir vorbeigeschossen sind. Die müssen ein Nachtsichtgerät gehabt haben.

Nach 24 Stunden mit ca. 2 Stunden Schlaf war dann die letzte Teamrunde geschafft. Wir waren alle froh, dass wir das Ganze halbwegs unfallfrei (3 von 4 haben nun Schürfwunden) überlebt haben. Zur Nachamung ist das wirklich nur für erfahrene Mountainbiker gedacht, der „Hobbysportler“ wird sehr schnell einsehen, dass hier nicht seine Liga am Start war. Das Ding ist nicht umsonst eine WM. Noch kurz ein paar Daten zum Abschluß:

Meine schnellste Runde 19:25 Minuten – schnellste Runde aller Teilnehmer 15:04 (Total krank!)
Teamrunden gesamt: 62 – meiste Teamrunden im 4er Team: 88 – Runden des Siegers der Einzelkonkurrenz: 71 (Wahnsinn!!!)
Runden, die das beste Frauentem mehr gefahren ist als wir: 4
Massagen: 1 (gabs kostenlos für Teilnehmer, super Sache!)
getrunkene Erdinger Alkoholfrei: 9 (0,5 Liter)
„Links“ Rufe gehört / Runde: ca. 10
gesehene Stürze: 5 (gottseidank kein schlimmer dabei gewesen)

Meine Gesamtbilanz: 16 gefahrene Runden (je 7,4km mit ca. 100 Höhenmetern)

Der spätere Sieger in orange

Wer durch den Bericht jetzt noch nicht abgeschreckt wurde, hier kann man sich für nächstes Jahr anmelden: http://www.sog-events.de/

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